Unser Gemeindehaus wird 30. Fragen an Ortsvorsteher Martin Lack zum 30jährigen Jubiläum

 

Hallo Martin, das Gemeindehaus wird 30! Warst Du 1985/86 beim Bauen mit dabei?

Ja, ich weiß noch, dass ich vor allem bei den Holzdecken mitgeholfen habe. Ich war damals in der Ausbildung zum Zimmermann oder gerade fertig. So hat das gut gepasst. Im CVJM war ich ebenfalls aktiv. 

 

Wie hast Du diese Baueinsätze erlebt? Was waren die Highlights?

Das Miteinander war schön! Alt und Jung, alle beieinander. Es waren einfach viele Helfer da, die an einer Sache gearbeitet haben. Das hat mir gut gefallen. Das Highlight für mich war, als wir aus lauter Spaß und Tollerei uns gegenseitig beim Dach isolieren mit dem Tacker an den Kleidern fest getackert haben.

 

Warum hast Du damals mitgeholfen das Gemeindehaus zu bauen?

Weil es für den CVJM eine bomben Chance war! Die Räumlichkeiten waren sehr beengt für die vielen und damals großen Gruppen. Mit dem Gemeindehaus und der vorrangigen Nutzung der Räume im Untergeschoß eröffneten sich neue Möglichkeiten. Der CVJM konnte sich vor allem durch Eigenleistungen einbringen. Für mich als CVJM Mitglied war es eine Selbstverständlichkeit mitzuhelfen.

 

Hat sich der Aufwand gelohnt? Würdest Du was anders machen?

Auf jeden Fall! Anders machen würde ich heute vor allem den Dachboden und ihn gleich voll ausbauen. Es hapert vor allem an der Akustik, dem Trittschall. Man kann nicht gleichzeitig auf der Bühne und im Saal eine Veranstaltung haben. Wenn oben einer geht, meint man ja gleich, es falle einem die Decke auf den Kopf. Größer kann man immer bauen. Aber in der Summe muss ich sagen, dass eigentlich alles ganz gut passt.

 

Wo siehst Du heute – auch als Ortsvorsteher gefragt – das Gemeindehaus? Welche Bedeutung hat es Deiner Ansicht nach über die Kirchengemeinde und den CVJM hinaus für die Ortschaft?

In anderen Orten heißt das Stadtteiltreff. (Zwischenfrage: Warum?) Aus Sicht der Stadt geschieht hier Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit und anderes. Sie stellt anderorts dafür Räume und teilweise Personal zur Verfügung. Hier in Hagelloch ist dies bei der Kirche angesiedelt und geschieht im Gemeindehaus und das vor allem durch Ehrenamtliche. Ohne das Ehrenamt würde das nicht gehen. Mit bezahlten Vollamtlichen ist so etwas nicht finanzierbar. Das Gemeindehaus leistet hier einen guten Dienst. Manches wäre ohne das Gemeindehaus nicht möglich.

 

Hat für Dich die Lage mitten im Dorf eine besondere Bedeutung?

Mitten im Flecken ist mitten im Flecken! Zentrumsnähe ist für vieles gut. Alles liegt beieinander: Rathaus, Kirche, Bushaltestelle, Bäcker und Metzger. So konnte z.B. beim Spielplatzbau jemand 5 Minuten vor dem Vesper zum Bäcker gehen und das Ganze einfach hertragen. Oder beim Weihnachtsmarkt: WC und Aufwärmmöglichkeit bei Kaffee und Kuchen in unmittelbarer Nähe. Kann man es besser haben?

 

Ein Tipp für die Zukunft? Wo siehst Du das Gemeindehaus 2046?

Die Frage geht aber arg weit hinaus… Hmm, vielleicht stellt sich die Frage nach der Finanzierbarkeit. Kann die Kirchengemeinde das Haus halten? Als kleiner Ort hat man oft keine Lobby. Ich empfinde die Kirchen als wichtigen Faktor und als eine gewisse Basis in unserer Gesellschaft. Sie haben das Privileg der Kirchensteuer und ich finde, sie sollten darauf achten, dass davon immer was an der Basis ankommt. Denn ohne Ehrenamt geht es nicht, aber nur mit Ehrenamt auch nicht.

Vielen Dank für deine offenen Antworten.

Die Fragen stellte Walter Hölle