„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ (Ps 98,1)

Wochenspruch

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,

der Musik und Klang,

Schwingung und Rhythmus ist,

der sein Lied summt und singt in allem, was lebt

und den Takt gibt in Zeit und Ewigkeit.

Ich glaube an Jesus Christus,

in dem Gott sein Liebeslied

auf wunderbare Weise in dieser Welt anstimmt.

Ich glaube an Jesus,

der in uns allen Gutes zum Schwingen bringt;

durch den alle Töne zur Melodie werden;

der uns einlädt, mit einzustimmen

in sein Lied für Gott und die Menschen;

in das Liebeslied des Lebens;

in das Lied von Tod und Auferstehung.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

der verstummte Saiten in uns zum Klingen bringen kann;

der unser Gehör schärft;

der hilft, den richtigen Ton zu treffen;

dessen zarte Melodie uns einschwingen lässt, in seinen Rhythmus.

Ich glaube,

dass Gott sein Lied in unserer Gemeinschaft der Glaubenden

weiter singen wird.

Amen.

(Verfasser unbekannt)

Andacht

Ab diesem Sonntag dürfen wir wieder Gottesdienste in unserer Kirche feiern. Ich freue mich! Mir hat es gefehlt, am Sonntagmorgen zusammenzukommen, miteinander zu beten, auf Gottes Wort zu hören und vor allem: miteinander zu singen. Singen ist einfach etwas Wunderbares – mit anderen zusammen in einer großen Gruppe, die einen schönen Klang erzeugt, für mich allein mit einem Lied auf den Lippen oder im Herzen, das mich durch den Tag begleitet.

Kantate! Singt! So heißt der Gottesdienst an diesem Sonntag. Ein Gottesdienst, in dem gewöhnlich die Kirchenmusik und natürlich der Gesang im Mittelpunkt steht. In diesem Jahr ein Sonntag, an dem uns der gemeinsame Gemeindegesang „verboten“ ist. Ich kann verstehen, dass das aus Gründen des Infektionsschutzes notwendig ist, aber komisch ist die Vorstellung vom Gottesdienst ohne Gesang dennoch. Zum Glück haben wir Almut Hepper, die uns die Choräle singen wird. Dann können wir innerlich einstimmen, ohne den Mund zu öffnen, mitsingen.

Im Predigttext für diesen Sonntag, der im 2. Buch der Chronik steht, geht es – natürlich – auch um den Gesang. Das Volk Israel ist nach jahrzehntelanger Wüstenwanderung im gelobten Land angekommen. Hier werden die Israeliten sesshaft, heimisch und dazu gehört es natürlich auch, für ihren Gott einen Tempel zu bauen. Gott, der sein Volk in und mit der Bundeslade begleitet, geführt und beschützt hat, bekommt so einen Ort mitten unter seinen Menschen. Bei der Einweihung dieses Tempels geht es selbstverständlich außerordentlich festlich zu. Hunderte von Priestern beginnen zu singen, die Harfe zu zupfen, die Trompete zu blasen oder die Zimbel anzuschlagen. Und es klingt wie aus einem Munde, wie aus einem Instrument – so schön und so harmonisch. Während gesungen wird, geschieht etwas Gewaltiges: „Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den Herrn lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des Herrn, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.“ (2. Chr 5,13-14) Gott erscheint unter dem Gesang und der Musik der Menschen. Während sie besingen, was Gott ihnen bedeutet, wird Gott gegenwärtig, ist er ganz real mitten unter ihnen.

Auch wenn ich weiß, dass mit dieser Geschichte die besondere Qualität des Tempels in Jerusalem als Wohnstätte Gottes herausgestellt werden soll, der Gedanke, dass Gott im Gesang gegenwärtig wird, dass er im Gesang geradezu greifbar wird, gefällt mir. Den Gedanken nehme ich mit. Er begleitet mich, wenn ich im Gottesdienst einen Choral höre, wenn ich wieder mit der ganzen Gemeinde singen werde und wenn ich zu Hause oder unterwegs ein Lied auf meinen Lippen habe. Dann, ja dann ist Gott da. Amen.