Die Orgel der Kirche in Hagelloch

Im Rahmen des Kirchenneubaus wurde eine neue Orgel angeschafft und am 25.09.1904 unter Beisein des württembergischen Königs eingeweiht. "Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein!" - "Während das Lied verklingt, erschallt Glockengeläute und betritt die Gemeinde unter Orgelspiel die Kirche." Seitdem verrichtet die Orgel ihren Dienst in unserer Kirche. Ihren ersten Rückschlag erlebte das Instrument 1917, als die zinnernen Prospektpfeifen für Kriegszwecke beschlagnahmt und eingeschmolzen wurden. 1925 konnten diese dann durch Zinkpfeifen ersetzt werden. Eine dringend notwendige große Orgelrevision musste 1930, da "absolute Ebbe in der Kirchenkasse ist", auf 1934 verschoben werden. 1939 erhielt sie ihren ersten Motor. Zur Finanzierung verzichtete der Organist auf ein Jahressalär. Ein Orgeltreter, der für den nötigen Wind sorgte, war somit überflüssig. Eine erneute Revision fand 1953 statt. Die letzte Renovierung 1996 dürfte vielen Gemeindegliedern noch in Erinnerung sein. Damals wurde lange über eine Neubeschaffung versus Renovierung diskutiert. Das vorhandene, romantische Instrument mit pneumatischer Traktur, das nur eine vergleichsweise langsame Spielweise zulässt, mit tiefer Stimmung und fast keinen Obertonregistern, sollte durch eine neue Schleifladenorgel ersetzt werden, ganz dem damaligen Zeitgeist entsprechend. Letztendlich gaben dann denkmalpflegerische Gründe den Ausschlag, die Orgel zu renovieren und somit zu erhalten. Es gibt nur wenige um die vorletzte Jahrhundertwende gebaute und im Gesamtensemble noch völlig im Original erhaltene Kirchenräume wie in Hagelloch, was wir von auswärtigen Besuchern immer wieder zu hören bekommen. Bei dieser Renovierung erhielt die Orgel wieder zinnerne Prospektpfeifen und die ursprüngliche Treteinrichtung für den Schöpfbalg wurde wieder aktiviert. Somit könnte ein Balgtreter wieder zu neuen Ehren kommen, sollte mal der Strom ausfallen. Selbstverständlich wurde sie gesäubert, gestimmt und in mühevoller Kleinarbeit die pneumatische Steuerung restauriert. Nun sind wieder 21 Jahre ins Land gezogen und eine Restaurierung 3 steht bei unserem denkmalgeschützten Instrument an. Neben der üblichen Reinigung, Nachintonation und Stimmung, Neubelegung defekter Pneumatikeinheiten und Überholung der Relaisstationen geht unserer Orgel im wahrsten Sinne des Wortes die Puste aus. Der Motor ist inzwischen zu schwach. Er bringt nicht mehr den erforderlichen Wind, der für ein volles Spiel notwendig wäre und muss deshalb ersetzt werden. Der Hauptbalg der Orgel ist mit Schimmel befallen und muss gereinigt und neu imprägniert werden. Alles in allem stehen Kosten um die 30.000 € an. Das ist eine Menge Geld. Doch bereits 1904 schrieb Prof. Burkhardt, Orgelrevident, bei der Abnahme des Instruments als Schlusssatz: "Der opferwilligen Gemeinde Hagelloch wünsche ich, daß ihr dieses treffliche Orgelwerk auf viele Jahre hinaus zum Segen dienen möge." Dr. Walter Hölle

Liebe Gemeindemitglieder,

die Kosten von 30.000 Euro müssen wir als Kirchengemeinde selbst finanzieren, es gibt leider keinen Zuschuss. Somit sind wir auf Spenden von Ihnen angewiesen. Einige Spendenaktionen haben wir als Kirchengemeinderat schon vorüberlegt. So freuen wir uns, dass im Sommer im Rahmen des Sportwochenendes des TSV Hagelloch ein Spendenlauf zugunsten der Orgelrenovierung stattfinden wird. Weitere Aktionen werden folgen und wir informieren Sie. Natürlich freuen wir uns jederzeit über eine Spende von Ihnen für unsere Orgel.

 Spenden:

Die Bankverbindung lautet: Kreissparkasse Tübingen, IBAN: DE79 6415 0020 0000 0544 96, Kontoinhaber: Evangelische Kirchengemeinde Hagelloch, Zweck: Orgelrenovierung.

Einen herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung! Ihre Kirchenpflegerin Birgit Auth-Hofmann